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Informationen rund um die Zecke

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Informationen rund um die Zecke

Die Vielzahl der parasitären Erreger ist groß und reicht vom Flohbefall bis hin zu schweren Infektionen, übertragen durch Bandwürmer oder ähnliche Erreger. Die Tiere begegnen uns in vielen Lebensbereichen: in der Natur, bei unseren Haustieren; sie bilden aber auch eine Gefahr für unsere Nutztiere wie Pferd und Rind. Zudem hat die Wissenschaft belegen können, dass auch für den Menschen von den tierischen Parasiten eine Beeinträchtigung unserer Gesundheit ausgeht.
Die nachfolgenden Informationen beschränken sich auf die beim Hund am häufigsten vorkommende Zecke, der Schildzecke (Ixodidae).

Arten und Vorkommen
Zecken gehören zu den Spinnentieren und werden in zwei Familien unterschieden, der Schildzecken und der Lederzecken. In Europa finden sich auf Hunden und Katzen ausschließlich Vertreter der Schildzecke, zu denen der Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke gehören. Diese drei Gattungen unterscheiden sich durch ihre geografische Verbreitung und dadurch bedingte biologische Eigenschaften.


Lebensraum Region optimale Bedingungen + Aktivitätszeitraum
Holzbock
schattige und feuchte Biotope,
Laub- und Mischwald mit Kraut- und Strauchbewuchs, Parks, Hausgärten, hoch bewachsene Wegränder

Gesamtmitteleuropa
niedrige Luftfeuchtigkeit
März - November, ab 7° Celsius
Auwaldzecke
feuchte Wald- und Wiesenbiotope, Auwälder Hauptvorkommen: Südwestdeutschland (BW, SL)
Anpassung der Zecke, daher heutzutage Ausbreitung in vielen Regionen Deutschlands
Feuchtgebiete (vor allem nach der Schnee-
schmelze)
März - Novembert, besonders warme
Sommermonate
Braune Hundezecke stammt aus Afrika, Mittelmeerraum in Europa südlich der Alpen,
durch den Tourismus auch in Deutschland vorkommend
tropisches bis subtropisches Klima,
geringe Luftfeuchtigkeit

 

Lebenszyklus
Zecken sind parasitäre Schmarotzer, die während ihrer Entwicklungsstadien einen Wirt aufsuchen, um dort Blut zu saugen. Ihr Lebenszyklus ist dreiwirtig. In der Regel saugt die Schildzecke in jedem Entwicklungsstadium nur einmal Blut, dies kann jedoch 2 - 10 Tage dauern. Das Aufnehmen des Blutes kann bis zum 200-fachen des ursprünglichen Gewichtes erfolgen. Danach häutet sie sich bzw. das vollgesogene Weibchen beginnt mit der Eiablage. Männliche Zecken saugen seltener Blut. Die Entwicklung der Zecken, besonders der Zeckeneier, ist temperaturabhängig.

Larven                                 -   Sie bevorzugen meist in Bodennähe lebende Kleinsäuger (z. B. verschiedene Mäusearten).
Nymphen                             -   Sie befallen ein größeres Wirtsspektrum (Hase, Reh, Wildschwein, Hund und Mensch).
Adulte (erwachsene) Zecke -   Sie bevorzugen größere Säuger wie Hunde, Schafe, Rinder und Wildtiere.

So ist verständlich, dass nicht nur die unterschiedlichen (Mikro-)Klimas Vorkommen und Dichte der Zecken bestimmen sondern auch die Populationsdichte der Wirte.

Morphologie
Die Zecken haben in ihrem Entwicklungsstadium unterschiedliche Größen und Formen. Die Larve ist etwa 0,5 mm lang, eine "nüchterne" Nymphe bereits 1,0 - 1,2 mm. Das "nüchterne" Zeckenweibchen hat eine Größe von 3,2 - 4,0 mm, während das Männchen deutlich kleiner ist. Ein vollgesogenes Weibchen kann eine Größe bis
zu 1 mm erreichen. Die Larve hat sechs Beine, die Nymphe und die adulte Zecke hingegen acht Beine.

Klinische Symptomatik und Diagnose
In der Aktivitätsphase wandern hungrige Zecken an Pflanzen bis zu 80 cm hoch, um mit Hilfe von Geruchssinn und eines Sinnesorganes, das in den Vorderbeinen lokalisiert ist und Erschütterungen wahrnimmt, einen geeigneten Wirt zu finden. Zecken können ihre Wirte überall am Körper beißen. Hier sind die dünn behaarten Körperpartien wie an Kopf, Ohren, Achseln und Leistenbereich besonders gefährdet. Über den Speichel findet die Übertragung der Krankheitserreger durch den Biss und Saugakt statt. Durch den möglicherweise tagelangen Saugakt kann es viele Stunden bis Tage dauern, ehe es zu einer Infektion kommt. Sowohl an der durch einen Zeckenbiss verursachten Wunde entstehen entzündliche Reaktionen wie auch an einer Hautstelle, in der bei einer nicht sachgerechten Zeckenentfernung Mundwerkzeuge zurückbleiben können.

Anhaftende, vollgesogene Zecken sind nicht zu übersehen, so dass klinische Symptome wie z. B. Fieber und/oder Gelenkschmerzen leicht in Zusammenhang mit einem Zeckenbefall gebracht werden können. Eine zusätzliche Problematik zeigt auf, dass eine Zecke mehr als einen Krankheitserreger beherbergen kann. Die unterschiedlichen Inkubationszeiten und die vielen Symptome variieren sehr und sind zudem meist recht unspezifisch. Sind dann die Zecken auf dem Wirtskörper zudem nicht bemerkt worden, ist es umso wichtiger, über eine gute und ausführliche Anamnese eine mögliche Infektion durch einen Zeckenbiss zu bestimmen oder auszuschließen.

Prophylaxe
In der Tiermedizin gibt es verschiedene Spot-on-Lösungen, Halsbänder und Tabletten, die einen guten Schutz vor Zeckenbefall bieten. Der Wirkstoff hat hierbei eine abtötende wie repellierende (die Blutmahlzeit verhindernde) Wirkung.

Tabletten haben jedoch den Nachteil, dass die Zecke erst "andocken" muss und dann schnell verstirbt.

Anwendung der Spot-on-Lösungen: Zumeist wird der Wirkstoff hierbei in einer Kunststoffpipette geliefert. Das Fell des Hund sollte so weit auseinander geteilt werden, dass die Haut sichtbar wird. Nach Öffnen der Verschlusskappe kann die Lösung so direkt auf der Haut verteilt werden (bei kleinen Hunden an einer Stelle im Nackenberiech, bei größeren an mehreren Stellen auf dem Rücken). Die Dosierung, Art und Dauer der Anwendung wird für jedes Präparat und die jeweilige Gewichtsklasse des Hundes individuell empfohlen.

Eine zusätzliche Haut- und Fellkontrolle mit sachgerechter Entfernung verbliebener Zecken ist vor und während der Behandlung weiterhin unerlässlich.

Einem Großteil aller wirksamen Spot-ons- ist aber gemein, dass sie für Katzen tödlich sind, wenn diese den Wirkstoff in irgendeiner Form - oral oder cutan (über die Haut) - aufnehmen.

Wenn Sie unsichter sind oder noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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